Danke Panther…für eine coole Playoff-Zeit

Danke Mike!

PHILOSOPHIE / Mein erstes Gespräch mit Mike Stewart fand in seinem „Büro“ statt.

Auszeit bei Spiel 7 gegen die DEG: Mike Stewart gibt Anweisungen an seine Schlüsselspieler.
Auszeit bei Spiel 7 gegen die DEG: Mike Stewart gibt Anweisungen an seine Schlüsselspieler.
Dieses „Büro“ war ein nicht sehr abgetrennter Teil des Kabinentrakts im Curt-Frenzel-Stadion. Die ersten Vorbereitungsspiele lagen hinter ihm und ich wollte etwas zu seiner Eishockey-Philosophie wissen. „Ich möchte jeden Spieler jeden Tag ein bisschen besser machen.“ Dieser Satz blieb haften, mehr noch als sein „Panthers Hockey“, mit dem er den vor vier Jahren kriselnden AEV wieder in die Spur bringen und die Fans begeistern wollte.

Nach sieben Jahren Larry Mitchell, zuletzt unter dessen Co Greg Thompson, zeigte der AEV teils blutloses Eishockey, ließ sich zuhause zweistellig demütigen. Nach dieser langen Mitchell-Zeit hatte die Panther GmbH die Parole „Reset“ ausgegeben und der junge Trainer Mike Stewart sollte ihr Gesicht sein.

„Familienfeier“ nach dem Sieg im siebten Spiel gegen Düsseldorf. Fotos: George Stadler
„Familienfeier“ nach dem Sieg im siebten Spiel gegen Düsseldorf. Fotos: George Stadler
Mike Stewart, das Gesicht des „Reset“

Es wurde mehr: Im ersten Jahr überraschte Stewarts Team mit aggressivem und schnellem Hockey. Zwar wurden die Playoffs verpasst, aber die verprellten Fans wurden zurückgeholt mit begeisternden Spielen. In seinem zweiten Jahr gab es das erste große Highlight: Endlich wieder Playoffs, und dann auch noch mit Platz 6 die direkte Qualifikation gegen den Dritten aus Nürnberg. Die Franken wankten und brauchten sieben Spiele, um den „kleinen“ AEV niederzuringen, der letztlich an vielen verletzten und angeschlagenen Spielern scheiterte.

Im dritten Jahr gab es einen kleinen Rückschritt, hauptsächlich der in konstanten Torhüterleistung geschuldet, außerdem machte Stewart fehlende Kraft und Körpergröße als entscheidendes Manko gegen Nürnberg aus. Um sich auch gegen große und starke Teams durchsetzen zu können, passte er das Konzept an: Kleine Spieler wie Trupp und Davies wurden ersetzt durch die großen Payerl und Fraser. Das rebuilding mit mehr „size & strength“ funktionierte – und wie!

Basti Schwele von MagentaTV führt das letzte Gespräch mit dem scheidenden Panther-Coach. Auf der sehr gut besuchten Saisonabschlussfeier bedankt sich Mike Stewart bei seiner Mannschaft, der kompletten Organisation und den AEV-Fans für vier tolle Jahre, die „ich nie vergessen werde – Danke!“
Basti Schwele von MagentaTV führt das letzte Gespräch mit dem scheidenden Panther-Coach. Auf der sehr gut besuchten Saisonabschlussfeier bedankt sich Mike Stewart bei seiner Mannschaft, der kompletten Organisation und den AEV-Fans für vier tolle Jahre, die „ich nie vergessen werde – Danke!“
Mit „size & strength“ in die Championsleague

Der AEV landete auf Platz 3, überstand diesmal das „game seven“ im Viertelfinale und hatte auch den dreifachen Meister aus Oberbayern ins Entscheidungsspiel gezwungen. Begleitet und unterstützt von auch auswärts hunderten (gegen die DEG) beziehungsweise tausenden (in München) bedingungslos und unermüdlich anfeuernden Fans.

Mike Stewart hat nicht nur versucht seine Spieler täglich besser zu machen, sondern letztlich ein Team geformt, das über sich hinauswuchs. Auch die Eishockeystadt Augsburg ist unter Coach Stewart eine größere und bessere geworden und wird ihr Team nächstes Jahr erstmals international begleiten.

Ihr Team, das zum größten Teil Mike Stewarts Team bleiben wird: Denn der nach Köln wechselnde Trainer hat darauf verzichtet, seine Lieblingsspieler mitzunehmen – im Gegenteil, zusammen mit Hauptgesellschafter Lothar Sigl hat er Folgeverträge mit bisher 18 Leistungsträgern ausgehandelt und hinterlässt seinem Nachfolger eine Mannschaft, die „die beste ist, mit der ich je zusammenarbeiten durfte. Wir waren wie eine Familie“, meinte Mike Stewart nach dem Aus gegen München. Danke Mike!

(von George Stadler)

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