Ihr gutes Recht!

Rechtstipps für den Familienfrieden

Erbe / Wenn der Nachlass ein Nachspiel hat: Bei Geld hört laut einem Sprichwort die Freundschaft auf – oder auch die Familienharmonie.

Nicht ohne meinen Anwalt! Ausführlichere Informationen zum Erbrecht und kompetente Hilfe, rund um alle weiteren rechtlichen Angelegenheiten, erhalten Sie bei den in unserer Sonderveröffentlichung aufgeführten Rechtsanwälten. Foto: 123rf/Audtakorn Sutarmjam
Nicht ohne meinen Anwalt! Ausführlichere Informationen zum Erbrecht und kompetente Hilfe, rund um alle weiteren rechtlichen Angelegenheiten, erhalten Sie bei den in unserer Sonderveröffentlichung aufgeführten Rechtsanwälten. Foto: 123rf/Audtakorn Sutarmjam
Missverständnisse, Habgier oder unklare, selbst formulierte Testamente: Der Streit ums Erbe kann ganze Familien entzweien. Dabei können klare Regelungen, die zu Lebzeiten getroffen werden, solchen Streitigkeiten oft vorbeugen.

Gesetzliche Erbfolge: Wer bekommt was?

Hat es der Verstorbene nicht anders veranlasst – zum Beispiel in einem Testament, gilt im Todesfall die gesetzliche Erbfolge.

„Ist der Erblasser, also der Verstorbene, im gesetzlichen Güterstand verheiratet und hat zwei Kinder, erbt die Frau die Hälfte, die beiden Kinder jeweils ein Viertel des Vermögens. Ist eines oder sind beide der Kinder bereits vorher verstorben, erben automatisch die Enkelkinder die Anteile. Bei Unverheirateten sieht es so aus, dass die Kinder zu gleichen Teilen das gesamte Vermögen erben“ informiert Rechtsanwältin Karin Baas.

Was viele nicht wissen: „Stirbt eidn Eltern noch leben, erbt der verbliebene Ehepartner drei Viertel, das übrige Viertel des Vermögens die Eltern. In der Praxis gehen einige davon aus, dass der Ehepartner im Todesfall automatisch das gesamte Vermögen erbt. Dem ist nach der gesetzlichen Erbfolge nicht so“, erklärt die Anwältin. „Sind die Eltern des kinderlosen Ehepaares auch verstorben, erben die Geschwister an Stelle der Eltern.“ Schulden? Nein, danke! – Wer erbt, kommt nicht immer zu einem beträchtlichen Vermögen, denn auch Schulden können weitervererbt werden. „Im deutschen Erbrecht gilt der Grundsatz der Universalsukzession, das heißt, der Nachlass kann nur als Ganzes auf den Erben übergehen“, so Rechtsanwältin Baas.

Sind also Schulden Bestandteil des Erbes, werden diese mitvererbt. Doch was ist, wenn ich das Erbe nicht übernehmen möchte, insbesondere Schulden? „Es gibt die Möglichkeit, das Erbe auszuschlagen“, so die Anwältin. „Allerdings ist die Ausschlagung auch nur gesamt auf die Erbschaft möglich – nicht beschränkt auf die Schulden.“

Um das Erbe auszuschlagen, muss eine Frist von sechs Wochen eingehalten werden. Unter bestimmten Bedingungen kann sich die Frist laut der Anwältin auf sechs Monate verlängern, wenn zum Beispiel der Erblasser seinen letzten Wohnsitz im Ausland hatte.

Von Tupperdosen bis zu Firmenanteilen: Welche Vermögenswerte fließen ins Erbe ein? Entscheidet man sich dafür, das Erbe anzunehmen, kommen viele Fragen auf, wie zum Beispiel: Was gehört eigentlich zu den vererbbaren Vermögenswerten? Die Fachanwältin weiß Bescheid: „Grundsätzlich gehört das gesamte Vermögen zum Erbe. Neben Immobilien, Kontoguthaben und Aktiendepots gehören ebenfalls Schmuck, Fahrzeuge sowie der gesamte Hausrat zum Vermögen.“ Auch Firmenanteile können weitervererbt werden. Je nach Gesellschaftsform fällt das Erbe jedoch unterschiedlich aus:

Testament: Was kann ich zu Lebzeiten regeln? Und wo gibt es rechtliche Grenzen?

Um Streitigkeiten nach dem eigenen Tod innerhalb der Familie vorzubeugen, ist es in jedem Fall ratsam, sich schon vorher über das Erbe Gedanken zumachen. (roland-gruppe)

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